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Rettung für EU-Land

Deutschland will Griechenland retten

Erschienen am 09.02.2010 | Financial Times Deutschland

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Foto: ddp)Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Foto: ddp) Die Bundesregierung bereitet ein Hilfspaket für Griechenland vor. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus Berliner Koalitionskreisen erfuhr, sind sowohl bilaterale Hilfen als auch ein international abgestimmtes Vorgehen auf EU-Ebene im Gespräch. Über Details will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Spitze der Unionsfraktion am Mittwoch informieren. Wegen der Schuldenkrise Griechenlands befürchte man "eine größere Verwerfung als bei der Krise der Hypo Real Estate", hieß es in Koalitionskreisen. Angestrebt sei eine europäische Lösung. Allerdings werde auch ein Alleingang Deutschlands nicht ausgeschlossen.

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Union fordert Auflagen für Athen Der stellvertretende Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag, Michael Meister, bestätigte, dass in Berlin an einem Rettungspaket gearbeitet wird. "Oberste Priorität für die Union hat ein stabiler Euro", sagte Meister FTD.de. Es gebe allerdings keinen Automatismus, dem Mittelmeerstaat beizuspringen. "Wenn Griechenland Hilfen erhält, dann nur unter strengen Auflagen und wenn die griechische Regierung den Staat tiefgreifend reformiert", so Meister.

Zeitdruck wegen Brüsseler Tagung Da Staatshilfen für Griechenland wie etwa Kredite aber auch vom Bundestag abgesegnet werden müssten, will Schäuble die Abgeordneten frühzeitig für die Rettungsaktion gewinnen. Zeitdruck entsteht derzeit durch die umfangreichen Wetten gegen den Euro. Am Donnerstag treffen sich die europäischen Regierungschefs zu einem informellen Gipfel in Brüssel. Dort wollen die EU-Staaten über ein abgestimmtes Vorgehen in der Griechenland-Krise beraten.

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Der Markt fürchtet griechischen Bankrott Seit Wochen treibt die Angst vor einer Staatspleite Griechenlands den Kapitalmarkt um. Die Risikoaufschläge auf hellenische Staatsanleihen und Kreditderivate stiegen rasant an. Athens Versuche, mit einem ehrgeizigen Sparplan die Glaubwürdigkeit wieder herzustellen, erwiesen sich bisher als erfolglos. Premierminister Giorgios Papandreou kündigte an, das Staatsdefizit 2010 von derzeit 12,7 auf 8,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken.

Euro-Rallye dank Athen Investoren halten eine Rettung Griechenlands für nicht ausgeschlossen. Am Dienstag setzte eine regelrechte Rallye ein: Der Euro (siehe Euro-Dollar-Kurs ) wertete gegenüber dem Dollar auf, die Börsen in Südeuropa legten zu und die Risikoaufschläge gingen zurück. Der Itraxx-SovX-Western-Europe von Markit, der die Aufschläge von Kreditderivaten auf 15 europäische Länder widergibt, fiel von 109,5 auf 108 Basispunkte. Die Spreads auf Griechenland, Portugal und Spanien engten sich um 30, 11 und 10 Basispunkte ein. Auslöser dafür war die Nachricht, dass Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, am EU-Gipfel am Donnerstag teilnehmen wird. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit eines Bail-outs, hieß es im Handel.

Europa-Bond ist wieder im Gespräch Finanzielle Hilfen für Griechenland könnten theoretisch verschiedene Formen annehmen. Die gesamte EU könnte ein Kreditpaket schnüren oder einzelne Länder wie Deutschland oder Frankreich. Als Option bietet sich darüber hinaus ein Notkredit durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) an. Ebenfalls denkbar sind Garantien für griechische Staatsanleihen oder die Einführung eines europäischen Bonds.

Vorbild Brady-Bonds "Es gibt keinen festen Nothilferahmen, wenn ein Land der EU in Schwierigkeiten gerät", sagte Paul de Grauwe, Professor an der katholischen Universität im belgischen Leuwen. "Die Regierungen müssten spontane Lösungen entwerfen." Finanzielle Hilfen seien durch den Vertrag von Maastricht nicht ausgeschlossen. De Grauwe hält insbesondere Anleihegarantien für attraktiv. Dieser Weg sei während der Lateinamerika-Krise in den 80er-Jahren gegangen worden. Die Finanzinstrumente wurden Brady-Bonds getauft.


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Quelle: t-online.de, Financial Times Deutschland
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